Aus Sicht von BlackSwan Capital
Provokante These vorweg: Steuerberater und Wirtschaftsprüfer machen keine Deals. Sie begleiten sie. Manchmal gut, manchmal solide, oft korrekt – aber sie holen sie nicht.
Das ist kein persönlicher Angriff und keine Abwertung handwerklicher Qualität. Im Gegenteil: Steuerberater und Wirtschaftsprüfer leisten extrem wichtige Arbeit. Ohne sie würde kein Deal sauber closen. Aber genau hier liegt der Denkfehler vieler Unternehmer: Execution ist nicht Dealmaking.
Solide Arbeit ≠ Deal‑DNA
Steuerberater und Wirtschaftsprüfer sind exzellent in:
- Strukturierung
- Bilanzlogik
- Steueroptimierung
- Risikoidentifikation
- Dokumentation
Das ist wertvoll. Aber M&A beginnt nicht mit Excel, sondern mit Zugang, Timing und Psychologie.
Ein guter Deal entsteht nicht, weil eine Struktur elegant ist. Er entsteht, weil:
- der richtige Käufer zur richtigen Zeit angesprochen wird
- Vertrauen aufgebaut wird, bevor Zahlen fliegen
- Spannungen erzeugt werden, wo andere neutral bleiben wollen
- Interessen aktiv gegeneinander ausgespielt werden
Das ist Deal‑DNA. Und die fehlt klassischen Beratern systembedingt.
Warum das System dagegen arbeitet
Steuerberater und Wirtschaftsprüfer sind darauf trainiert, Risiken zu minimieren. M&A‑Berater müssen bereit sein, Risiken zu managen und zu pushen.
Ein paar unbequeme Wahrheiten:
- Wer prüft, kann nicht gleichzeitig verkaufen
- Wer neutral bleiben will, gewinnt keine Auktion
- Wer primär Haftung fürchtet, führt keine harten Verhandlungen
M&A ist kein Prüfungsfach. Es ist ein Kontaktsport.
Die Big 4: viel Power, wenig Deals
Ja, wir sagen es offen: Big 4 (Deloitte, PwC, EY, KPMG).
Gigantische Teams. Beeindruckende Slides. Saubere Prozesse.
Aber:
- Sie sehen die Deals oft erst, wenn sie schon da sind
- Sie gewinnen selten proprietäre Transaktionen
- Sie funktionieren bei großen, offensichtlichen, „fad wirkenden“ Deals
- Im Mid‑Market? Meist Zuschauerrolle
Wenn überhaupt, dann begleiten sie Deals, die sowieso passieren. Dealgetting ist nicht ihre Kernkompetenz.
Warum? Weil ihr Geschäftsmodell auf Skalierung, Absicherung und Standardisierung basiert – nicht auf persönlichem Zugang, Hunger und Opportunismus.
M&A ist Vertrieb – nur auf Steroiden
Was viele unterschätzen: M&A ist High‑End‑Sales.
- Verkauf von Kontrolle
- Verkauf von Zukunft
- Verkauf von Emotionen, Ängsten und Egos
Das lernt man nicht im Steuerrecht. Das lernt man im Markt.
Ein echter M&A‑Berater:
- hat direkten Zugang zu Entscheidern
- weiß, wer kaufen will, nicht nur wer kaufen könnte
- denkt in Storylines, nicht nur in Multiples
- ist bereit, unbequem zu sein
Die gefährlichste Illusion für Unternehmer
Die größte Gefahr ist nicht ein schlechter Deal. Die größte Gefahr ist gar kein Deal.
Und genau hier versagen klassische Berater oft:
- Sie werden zu spät eingeschaltet
- Sie sind reaktiv statt initiativ
- Sie warten auf Mandate, statt Opportunitäten zu schaffen
Das Ergebnis: verpasste Fenster, suboptimale Käufer, verschenktes Potenzial.
BlackSwan Sicht: klare Rollen, klare Stärken
Wir bei BlackSwan sagen:
- Steuerberater und Wirtschaftsprüfer sind essenziell – aber nicht führend im M&A
- Sie gehören an den Tisch, aber nicht ans Steuer
- Deals brauchen Jäger, keine Prüfer
Ein erfolgreicher Exit entsteht durch:
- Deal‑Origination
- Positionierung
- Spannung
- Verhandlungsmacht
- erst dann saubere Execution

Statement von Stefanie Laura Wurzer, Managing Director BlackSwan Capital
„Die meisten Deals scheitern nicht an Zahlen, sondern daran, dass sie nie zustande kommen. Steuerberater und Wirtschaftsprüfer sichern ab, was bereits existiert – aber sie schaffen keine Opportunitäten. M&A ist kein Prüfungsprozess, sondern ein Macht‑ und Vertrauensspiel. Wer keine Deals jagt, wird auch keine außergewöhnlichen Ergebnisse erzielen.“
Zweite Perspektive: Aus der Praxis eines Dealgetters
„Ich habe in den letzten Jahren unzählige Transaktionen gesehen, bei denen Unternehmer hervorragend beraten waren – steuerlich perfekt, bilanziell sauber, rechtlich abgesichert. Und trotzdem ist der Deal entweder nie passiert oder weit unter Wert abgeschlossen worden.
Warum? Weil niemand bereit war, den Markt aktiv zu spielen.
Ein Steuerberater wartet auf Unterlagen. Ein Wirtschaftsprüfer wartet auf Mandate. Ein echter M&A‑Berater wartet auf gar nichts. Er geht raus, spricht Käufer direkt an, erzeugt Wettbewerb und zwingt Entscheidungen herbei.
Die unbequeme Wahrheit ist: Die besten Deals entstehen selten dort, wo alle Beteiligten sich wohlfühlen. Sie entstehen dort, wo Spannung aufgebaut wird, wo Interessen kollidieren und wo jemand bereit ist, Verantwortung für das Ergebnis zu übernehmen.
Genau das ist der Unterschied zwischen Begleitung und Führung. Zwischen Absicherung und Wertmaximierung. Zwischen korrekter Arbeit und echter Deal‑DNA.“
Fazit (ungefiltert)
Wer glaubt, sein Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer sei automatisch ein M&A‑Berater, verwechselt Sicherheit mit Erfolg.
Solide Arbeit schließt Deals ab.
Deal‑DNA macht sie überhaupt erst möglich.
Und genau dafür gibt es spezialisierte M&A‑Häuser – nicht aus Arroganz, sondern aus Realitätssinn.
BlackSwan Capital – wir finden Deals dort, wo andere nur Risiken sehen.


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