Unternehmer denken über viele Dinge früh nach: Marktposition, Technologie, Vertrieb, Kundenservice. Doch über Kapitalstruktur, die Mischung aus Eigen- und Fremdkapital, fangen viele erst dann ernsthaft nachzudenken an, wenn es zu spät ist: wenn die Bank die Kreditlinie kürzt, Liquidität eng wird oder eine Refinanzierung ansteht.
Das ist kein Zufall, es ist strukturell bedingt.

Kapitalstruktur: Ein universelles Prinzip
Die renommierte Kapitalstrukturtheorie von Franco Modigliani und Merton H. Miller bildet dafür den akademischen Ausgangspunkt. In ihrem klassischen Irrelevanz-Theorem aus 1958 fanden sie:
“In perfect markets, the value of the firm is independent of its capital structure.”
Franco Modigliani & Merton H. Miller (1958)
In perfekten Märkten spielt es demnach keine Rolle, wie viel Eigen- oder Fremdkapital ein Unternehmen hat, der Unternehmenswert bleibt gleich.
Gleichzeitig stellten sie fest:
“Corporate financial policy has to be judged by its effect on the expected earnings per share and the intrinsic value of the shares.”
Franco Modigliani & Merton H. Miller
Finanzierungspolitik muss am tatsächlichen Wert für die Eigentümer gemessen werden, nicht an mechanistischen Regeln.
Beide Aussagen zusammen liefern einen klaren Orientierungsrahmen: Kapitalstruktur beeinflusst in der Realität sehr wohl den Unternehmenswert, sobald Märkte nicht perfekt sind, und das sind sie nie vollständig.
Banken sind keine Risikoträger sondern Liquiditätsanbieter
Ein weit verbreitetes Missverständnis unter Unternehmern ist:
„Banken sind risikoavers, sie wollen kein Risiko eingehen!“
Täuschend einfach, aber faktisch korrekt, und historisch bestätigt:
Bereits im europäischen Frühkapitalismus waren Banken wie die Medici oder später die Fugger in erster Linie Liquiditätsbereitsteller gegen Sicherheiten. Ihr Geschäft war es, Geld zur Verfügung zu stellen, nicht Risiko zu tragen. Risiken trugen traditionell diejenigen, die eigenes Kapital eingesetzt hatten: Eigenkapitalgeber.
Auch heute ist das so:
Kommerzbanken sind darauf ausgerichtet, Kreditrisiken zu begrenzen und Kapitaldienst sicherzustellen. Sie refinanzieren sich über Einlagen, Märkte und interne Kapitalquoten, sie übernehmen nicht das unternehmerische Risiko.
Oder wie es Martin Wolfram Steininger auf den Punkt bringt:
„Wer glaubt, die Bank trägt das Risiko, hat das Bankgeschäft nicht verstanden.“
Martin Wolfram Steininger, Senior Managing Partner & CEO, BlackSwan Capital
Deswegen gilt:
Risiko wird durch Eigenkapital getragen.
Eigenkapital ist das echte Risiko-Pufferkapital im Unternehmen. Fremdkapital ist Liquiditätslieferant gegen Zins und Sicherheit.
Das Problem im DACH-Raum
Im Vergleich zu vielen anderen Märkten, etwa den USA, ist die Eigenkapitalquote im DACH-Raum tendenziell niedriger.
Das hat mehrere Gründe:
- Schlechter funktionierende Eigenkapitalmärkte für Mittelstand und KMU, weniger verfügbar, weniger liquide
- Kulturelle Abneigung gegenüber externen Investoren, Unternehmer behalten lieber 100 Prozent Kontrolle
- Bankengeprägte Finanzierungstradition, Fremdkapital bleibt Standard, Eigenkapital wird erst zum Thema, wenn Banken Grenzen setzen
In den USA hingegen spielen Private Equity, Venture Capital und andere Eigenkapitalformen seit Jahrzehnten eine zentrale Rolle in der Wachstumsfinanzierung, von Start-ups bis zu etablierten Mittelstandsunternehmen.
Unternehmer denken über Eigenkapital erst nach, wenn die Bank es verlangt
Viele mittelständische Unternehmer rufen erst nach externem Eigenkapital, wenn:
- die Bank die Kreditlinie reduziert,
- neue Sicherheiten verlangt,
- oder kein zusätzliches Fremdkapital mehr zur Verfügung steht.
In diesem Moment allerdings sind die Verhandlungspositionen schwach, und die Stärkung der Eigenkapitalbasis erfolgt aus einer Notlage heraus, nicht aus strategischer Überlegung.
Das wiederum führt zu:
- schlechteren Konditionen,
- höherer Verwässerung (falls Equity-Investoren involviert werden),
- und oftmals suboptimaler langfristiger Struktur.
Die richtige Kapitalstruktur schafft Wert
Aus praktischer Sicht bedeutet eine optimale Finanzierung nicht:
maximaler Fremdmittelhebel
oder keine Eigenkapitalgeber
Sondern:
Ein ausgewogenes Verhältnis von Eigen- und Fremdkapital, das
- die Kapital- und Finanzierungskosten (WACC) minimiert,
- gleichzeitig Risiken tragbar hält,
- und dem Unternehmen Flexibilität für Wachstum und Strategien gibt.
Warum ist Eigenkapital wichtig?
Es trägt Verlustrisiken, ohne sofort Liquidität zu beanspruchen
Es stärkt die Bilanz-Resilienz
Es verbessert die Bonitätswahrnehmung
Es erweitert den Handlungsspielraum in Krisen
Wie BlackSwan Unternehmen zur optimalen Finanzierungsstruktur führt
Eine optimale Finanzierungsstruktur entsteht nicht durch ein einzelnes Produkt, sondern durch eine strategische Kombination aus Kapitalarten, Laufzeiten, Covenants und Flexibilität. Genau hier setzt BlackSwan an.
Unser Ansatz ist es, die Passivseite nicht zu finanzieren, sondern aktiv zu gestalten: mit dem Ziel, Liquidität sicherzustellen, Wachstum zu ermöglichen und die Eigenkapitalbasis langfristig zu stärken.
1) Stärkung der Eigenkapitalbasis
Eigenkapital ist der zentrale Risikopuffer jedes Unternehmens. BlackSwan unterstützt bei:
- Vorbereitung und Positionierung gegenüber Equity-Investoren
- Strukturierung von Beteiligungen (Minority / Majority / Growth Equity)
- Auswahl und Ansprache passender Investoren
- Verhandlungsführung, Bewertung, Terms und Closing-Prozess
Ziel ist nicht Kapital um jeden Preis, sondern Kapital zu Bedingungen, die das Unternehmen strategisch stärken.
2) Mezzaninkapital als Brücke zwischen Bank und Eigenkapital
Mezzaninkapital ist häufig der effizienteste Weg, um:
- die Eigenkapitalquote wirtschaftlich zu verbessern
- Banken zu entlasten (Covenants, Sicherheiten, Rating)
- Wachstum zu finanzieren, ohne sofort Kontrolle abzugeben
BlackSwan strukturiert und platziert Mezzanine-Lösungen, unter anderem:
- Nachrangdarlehen
- Genussrechte
- Wandelinstrumente
- strukturierte Hybrid-Finanzierungen
3) Restrukturierung der Passivseite
Wenn die Finanzierung historisch gewachsen ist, entstehen oft ineffiziente Strukturen:
- falsche Laufzeiten
- teure Tranchen
- Sicherheiten-Chaos
- Covenant-Druck
- fehlende Flexibilität
BlackSwan analysiert die gesamte Passivseite und entwickelt eine Struktur, die:
- stabiler,
- günstiger,
- und langfristig tragfähig ist.
4) Umschuldungen und Refinanzierungen
Ob Wachstumsphase, Zinsumfeld, Akquisition oder Krisenmodus: Umschuldungen sind oft der schnellste Hebel, um Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen.
BlackSwan begleitet:
- Refinanzierungen bestehender Kreditlinien
- Konsortialstrukturen und Neuaufstellung von Bankengruppen
- Laufzeitverlängerungen, Covenant-Resets und Repricing
- Neuordnung von Sicherheiten und Cashflow-Wasserfällen
5) Ergebnis: Finanzierungsstruktur als Wettbewerbsvorteil
Eine optimale Finanzierungsstruktur ist nicht nur ein Finance-Thema.
Sie entscheidet darüber, ob ein Unternehmen:
- Chancen wahrnehmen kann
- Krisen übersteht
- Investitionen tätigen kann
- Akquisitionen finanzieren kann
- und strategisch unabhängig bleibt
BlackSwan sorgt dafür, dass Finanzierung nicht zur Bremse wird, sondern zum strategischen Enabler.
Fazit: Frühzeitig denken, strategisch handeln
Unternehmer tun gut daran, Kapitalstruktur nicht erst in der Krise zu optimieren.
Sie sollte integraler Bestandteil jeder strategischen Finanzplanung sein, nicht ein Derivat von Bankforderungen.
Eigenkapital ist kein letzter Ausweg.
Es ist ein strategischer Werttreiber.
Und eines bleibt klar:
Banken sind Liquiditätsanbieter, keine Risikoübernehmer.
Risiko wird getragen durch das Kapital der Eigentümer.
Deshalb braucht jedes Unternehmen eine solide Eigenkapitalbasis, bevor der Druck wächst.
Let’s talk
Warten Sie nicht, bis die Bank „Nein“ sagt.
BlackSwan hilft Ihnen, Ihre Finanzierungsstruktur zu optimieren, bevor der Druck steigt und die Verhandlungsposition kippt.

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